Żurek – polnische Sauermehlsuppe mit Ei und Wurst

Żurek – polnische Sauermehlsuppe mit Ei und Wurst

In Polen steht diese Suppe zu Ostern auf jedem Tisch – manchmal sogar im ausgehöhlten Brotlaib serviert, damit die Kruste die Brühe aufsaugt. Aber wer sie einmal kennt, wartet nicht bis April. Żurek schmeckt nach Großmutterküche, nach Roggen, nach etwas leicht Saurem, das wärmt, ohne zu beschweren.

Żurek – polnische Sauermehlsuppe mit Ei und Wurst

Zutaten

Für den Sauermehlansatz (Zakwas) – 2–3 Tage vorher ansetzen:

  • 4 EL Roggenmehl (Type 997 oder 1150)
  • 500 ml lauwarmes Wasser
  • 2 Knoblauchzehen, angedrückt
  • 1 Lorbeerblatt
  • 3–4 Pfefferkörner

Für die Suppe (4 Portionen):

  • 800 ml fertiger Zakwas (oder 500 ml Zakwas + 300 ml Gemüse- oder Fleischbrühe)
  • 200 g Kiełbasa oder eine milde geräucherte Wurst nach Wahl
  • 4 Eier
  • 150 ml Sauerrahm
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1 TL Majoran (getrocknet)
  • Salz, weißer Pfeffer
  • Frische Petersilie zum Servieren
Zutaten für Żurek: Sauerteigansatz aus Roggenmehl, Wurst, Eier, Majoran, Knoblauch, Sahne

Zubereitung

Tag 1–3: Den Zakwas ansetzen. Roggenmehl, lauwarmes Wasser, Knoblauch, Lorbeer und Pfeffer in ein sauberes Glas geben, umrühren, mit einem Tuch abdecken – kein Deckel, die Mischung muss atmen. Bei Zimmertemperatur stehen lassen. Einmal täglich umrühren. Nach zwei bis drei Tagen riecht es angenehm säuerlich, leicht hefig. Wenn es scharf oder faulig riecht: wegschütten und neu anfangen. Das passiert, besonders im Sommer bei über 25 Grad.

Den fertigen Zakwas durch ein feines Sieb gießen, Feststoffe verwerfen.

Die Wurst vorbereiten. Kiełbasa in Scheiben schneiden, in einer Pfanne ohne Fett bei mittlerer Hitze anbraten, bis die Schnittflächen leicht gebräunt sind – zwei bis drei Minuten pro Seite. Beiseitelegen.

Die Suppe kochen. Zakwas und Brühe in einem Topf bei mittlerer Hitze erwärmen – nicht kochen lassen, sonst verliert die Säure ihre Frische. Knoblauch fein reiben oder pressen, direkt in die heiße Flüssigkeit geben. Majoran zwischen den Handflächen zerreiben und dazugeben. Fünf Minuten ziehen lassen.

Den Sauerrahm einrühren. Hier passiert der häufigste Fehler: kalten Sauerrahm direkt in die heiße Suppe kippen – er flockt aus. Stattdessen: zwei, drei Löffel heiße Suppe in den Sauerrahm rühren, angleichen, dann die Mischung langsam zurück in den Topf. Hitze auf niedrig halten.

Eier kochen. Eier hart kochen – acht Minuten, dann in kaltes Wasser legen, pellen, halbieren.

Mit Salz und weißem Pfeffer abschmecken. Der Żurek soll säuerlich sein, aber nicht aggressiv. Wenn er zu scharf wirkt, hilft ein Schuss Brühe mehr.

Servieren. Wurst und Eihälften in tiefe Teller legen, Suppe darübergießen, frische Petersilie darüber. Wer mag, reibt noch eine Knoblauchzehe an einer Scheibe Roggenbrot – das legt man daneben.

Tiefer Teller Żurek mit Wurst, Ei und Majoran, dazu Roggenbrot

Żurek ist kein Schnellgericht – allein der Ansatz braucht zwei bis drei Tage. Aber der aktive Aufwand ist überschaubar, und das Ergebnis ist etwas, das man in keinem deutschen Restaurant so bekommt. Das ist der Punkt.

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