Tefteli Rezept – russische Hackfleischbällchen mit Reis in Tomaten-Sauerrahm-Soße
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Ein Wochentag, kurz nach sechs, alle haben Hunger und im Kühlschrank liegt ein gutes Pfund Hackfleisch. So kommen Tefteli auf den Tisch — nicht als Ereignis, sondern als Selbstverständlichkeit. Jede russische Großmutter hat ihre Version, und keine ist falsch.
Zutaten (für 4 Personen)
Für die Bällchen:
- 600 g Hackfleisch vom Schwein
- 80 g Rundkornreis (roh)
- 1 mittelgroße Zwiebel
- 1 Ei
- Salz, schwarzer Pfeffer
- etwas Mehl zum Wälzen
Für die Soße:
- 2 EL Tomatenmark
- 200 g Sauerrahm
- 1 mittelgroße Zwiebel
- 1 Möhre
- 400 ml Wasser oder helle Brühe
- 1 EL Pflanzenöl
- Salz, 1 Prise Zucker, Lorbeerblatt
Zubereitung
Reis vorbereiten. Den rohen Reis in kochendem Salzwasser etwa 7 Minuten vorkochen — er soll noch Biss haben, kein Risotto. Abgießen, abkühlen lassen. Wenn du den Reis weglässt oder zu weich kochst, zerfallen die Bällchen später im Topf. Das ist der Schritt, auf den es ankommt.
Hackfleischmasse. Hackfleisch vom Schwein mit dem vorgekochten Reis, der fein gehackten Zwiebel, dem Ei, Salz und Pfeffer verkneten. Die Masse soll kompakt sein, aber nicht trocken — wenn sie klebt, kurz die Hände anfeuchten. Aus der Mischung Bällchen formen, etwa so groß wie eine Walnuss, eher etwas größer. Jedes Bällchen leicht in Mehl wälzen.
Anbraten. Öl in einer weiten Pfanne erhitzen, die Bällchen von allen Seiten goldbraun anbraten — in Ruhe, ohne zu rühren, bis sie sich von selbst lösen. Das dauert insgesamt 8–10 Minuten. Nicht hetzen. Angebratene Bällchen in einen Schmortopf oder eine tiefe Auflaufform legen.
Soße. In derselben Pfanne Möhre und Zwiebel (beides fein gewürfelt) weich dünsten, 5 Minuten. Tomatenmark dazugeben, kurz mitrösten, bis es etwas dunkler wird und aromatisch riecht. Dann Wasser oder Brühe angießen, Sauerrahm einrühren, salzen, eine Prise Zucker, ein Lorbeerblatt. Alles kurz aufkochen.
Die Soße über die Bällchen gießen — sie sollen zu mindestens zwei Dritteln bedeckt sein. Deckel drauf.
Schmoren. Bei niedriger Hitze 35–40 Minuten schmoren lassen. Nicht kochen, nur leise blubbern. Die Bällchen nehmen dabei die Soße auf und werden innen weich, der Reis quillt nach. Wenn die Soße zu dick wird, etwas heißes Wasser nachgießen.
Wenn ein Bällchen doch zerfällt — kein Drama. Das passiert, wenn der Reis zu weich war oder die Hitze zu hoch. Die Masse schmeckt trotzdem, nur die Form ist hin.
Servieren. Tefteli direkt aus dem Topf auf den Teller, mit reichlich Soße. Dazu passt Kartoffelpüree, Buchweizen oder einfach Weißbrot, das die Soße aufsaugt. Wer mag, streut frische Petersilie drüber — nicht als Dekoration, sondern weil sie hier wirklich etwas tut.
Das Gericht schmeckt am nächsten Tag noch besser. Falls etwas übrig bleibt.