Rindergulasch nach Hausart – saftiges Schmorgericht mit Paprika und Zwiebeln

Sonntagnachmittag, draußen das erste echte Herbstgrau, und auf dem Herd steht seit zwei Stunden ein Topf, aus dem es warm und schwer nach Paprika und Zwiebeln duftet. Jemand hebt den Deckel, schaut kurz rein, legt ihn wieder auf. Noch nicht. Gleich.

Rindergulasch nach Hausart – saftiges Schmorgericht mit Paprika und Zwiebeln – fertiges Gericht

Zutaten (für 4 Personen)

  • 1 kg Rinderschulter
  • 3 mittelgroße Zwiebeln
  • 2 rote Paprika
  • 3 EL edelsüßes Paprikapulver
  • 1 TL geräuchertes Paprikapulver
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 EL Tomatenmark
  • 300 ml Rinderbrühe (oder Wasser)
  • 150 ml trockener Rotwein (optional, aber lohnt sich)
  • Schmalz oder neutrales Öl zum Anbraten
  • Salz, schwarzer Pfeffer, 1 Lorbeerblatt, 1 TL Kümmel
Zutaten für Rindergulasch nach Hausart – saftiges Schmorgericht mit Paprika und Zwiebeln

Zubereitung

Die Rinderschulter in Würfel von etwa 4–5 cm schneiden. Nicht kleiner – sie schrumpfen beim Schmoren, und du willst am Ende Stücke haben, nicht Brei. Gut trockentupfen mit Küchenpapier. Feuchtes Fleisch brät nicht, es dampft.

In einem schweren Topf oder Bräter das Schmalz bei hoher Hitze erhitzen, bis es leicht raucht. Die Fleischwürfel portionsweise anbraten – wirklich portionsweise, nicht alle auf einmal. Pro Portion zwei, drei Minuten, ohne zu rühren, bis sich eine dunkle Kruste löst. Das ist die Grundlage des Geschmacks. Wer hier spart, bekommt am Ende graues Gulasch.

Fleisch herausnehmen, beiseitestellen. Im gleichen Fett die Zwiebeln bei mittlerer Hitze langsam goldbraun schmoren – das dauert 15 Minuten, nicht fünf. Dann Knoblauch dazu, kurz mitrösten, dann das Tomatenmark. Eine Minute rühren, bis es leicht karamellisiert und dunkler wird.

Jetzt den Herd kurz ausschalten oder auf niedrigste Stufe drehen: Paprikapulver in den Topf geben und sofort mit dem Wein (oder einem Schuss Brühe) ablöschen. Paprikapulver verbrennt in Sekunden und wird bitter – das ist der Schritt, an dem Gulasch am häufigsten scheitert. Einmal kurz verrühren, dann sofort Flüssigkeit rein.

Fleisch zurück in den Topf. Restliche Brühe angießen, Lorbeerblatt und Kümmel dazu. Alles soll knapp bedeckt sein, nicht schwimmen. Deckel drauf, Hitze auf klein – und jetzt Geduld: mindestens 90 Minuten, besser zwei Stunden. Das Fleisch ist fertig, wenn es sich mit einem Löffel teilen lässt, ohne Kraft.

In der letzten halben Stunde die Paprikastreifen dazugeben. Sie sollen weich werden, aber nicht zerfallen. Abschmecken: Salz, ein Hauch mehr Paprika, vielleicht ein Spritzer Essig, wenn die Sauce zu flach wirkt.

Falls die Sauce zu dünn ist: Deckel abnehmen und bei mittlerer Hitze einkochen lassen. Falls sie zu dick wird und anfängt anzusetzen: ein Schuss Brühe, Hitze runter, Deckel wieder drauf. Kein Drama.

Rindergulasch nach Hausart – saftiges Schmorgericht mit Paprika und Zwiebeln serviert

Dazu passt frisches Weißbrot, das die Sauce aufnimmt, oder Salzkartoffeln. Wer mag, gibt einen Löffel Sauerrahm oben drauf – der schmilzt langsam in die heiße Sauce und macht sie runder. Am nächsten Tag schmeckt das Gulasch noch besser. Das ist kein Klischee, das ist Chemie.

Zurück zum Blog