Blini mit Apfel-Zimt-Füllung – russische Pfannkuchen im Herbst
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Sonntagmorgen, die Küche riecht nach Zimt und gebräunter Butter, und auf dem Tisch steht ein Stapel dünner Pfannkuchen, die noch leicht dampfen. So kennen viele in Russland und der Ukraine den Herbst — nicht als Jahreszeit der Melancholie, sondern als Zeit der Äpfel und der langen Frühstücke.
Zutaten
Für etwa 12–14 Blini, Durchmesser ca. 22 cm
Für den Teig:
- 250 g Weizenmehl (Type 405 oder 550)
- 2 Eier
- 400 ml Kefir (3,5 %)
- 150 ml Wasser, lauwarm
- 1 TL Zucker
- ½ TL Salz
- ½ TL Natron
- 2 EL geschmolzene Butter — plus mehr zum Ausbacken
Für die Füllung:
- 3 mittelgroße Äpfel (säuerlich, z. B. Boskoop oder Elstar)
- 2 EL Butter
- 2 EL Zucker
- 1 TL Zimt, gemahlen
- 1 Prise Kardamom (optional, aber lohnt sich)
Zubereitung
1. Den Teig anrühren — und warten
Eier, Zucker und Salz in einer Schüssel kurz verquirlen. Kefir dazugeben und verrühren. Mehl sieben und nach und nach einrühren, bis ein dicker, klumpenfreier Brei entsteht. Dann das lauwarme Wasser einarbeiten — der Teig wird jetzt deutlich flüssiger, fast wie dünne Sahne. Natron hineinstreuen, kurz umrühren: Er reagiert sofort mit dem Kefir, kleine Bläschen entstehen. Zum Schluss die geschmolzene Butter einrühren.
Jetzt kommt der Schritt, den viele überspringen und dann bereuen: Den Teig 20–30 Minuten ruhen lassen. Das Mehl quillt, die Bläschen verteilen sich gleichmäßig, und die ersten Blini reißen nicht mehr beim Wenden.
2. Die Äpfel karamellisieren
Äpfel schälen, entkernen, in kleine Würfel schneiden — etwa ein Zentimeter, nicht kleiner, sonst werden sie beim Braten zu Mus. Butter in einer Pfanne bei mittlerer Hitze schmelzen, Zucker dazugeben und kurz rühren, bis er sich auflöst. Äpfel hinein, Zimt und Kardamom darüber. Fünf bis sieben Minuten braten, dabei gelegentlich wenden: Die Würfel sollen weich werden und goldbraune Ränder bekommen, aber noch ihre Form halten. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen.
3. Blini ausbacken
Eine beschichtete Pfanne (22–24 cm) bei mittlerer bis hoher Hitze erhitzen. Einen kleinen Stück Butter hineingeben — wenn es sofort zischt und schäumt, ist die Temperatur richtig. Eine Kelle Teig in die Mitte gießen und die Pfanne sofort kreisend kippen, damit der Teig dünn und gleichmäßig verläuft. Das geht schnell: drei, vier Sekunden, dann liegt der Teig flach.
Hier passiert der häufigste Fehler: zu früh wenden. Warte, bis die Oberfläche matt aussieht und die Ränder sich leicht vom Pfannenboden lösen — das dauert etwa eine Minute. Dann mit einem dünnen Pfannenwender einmal wenden, weitere 30 Sekunden, fertig. Den fertigen Blin auf einen Teller legen und mit einem Stück Butter bestreichen, damit er geschmeidig bleibt.
Wenn der erste Blin misslingt — zu dick, zu blass, reißt beim Wenden — ist das normal und kein Zeichen für einen schlechten Teig. Die Pfanne braucht einen Moment, um die richtige Temperatur zu finden. Den ersten einfach essen.
4. Füllen und einrollen
Einen Blin flach hinlegen. Einen Esslöffel Apfelfüllung auf das untere Drittel geben, die Seiten einschlagen, dann von unten nach oben aufrollen — wie einen Brief. Wer mag, brät die fertigen Röllchen noch kurz in Butter an, bis sie außen leicht knusprig sind. Das ist keine Pflicht, aber es lohnt sich.
Auf dem Tisch dazu: Sauerrahm, ein Löffel Honig, vielleicht etwas geriebene Zitronenschale. Kein Besteck nötig, wenn man ehrlich ist.